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Lohnt sich die CompTIA A+ im Jahr 2026? Ein ehrlicher Blick

Vom Gründer von CertOwl Juli 2026 3 Min. Lesezeit

Kurze Antwort: Wenn du null IT-Erfahrung hast und deinen ersten Tech-Job suchst, ja. Wenn du schon in der IT arbeitest, eher nicht, denn dann gibt es bessere Adressen für dein Geld.

Das war der ganze Artikel in zwei Sätzen. Die lange Antwort lohnt sich trotzdem, denn die A+ ist ein größeres Projekt, als die meisten ahnen, wenn sie anfangen zu googeln.

Was die A+ ist

Die CompTIA A+ ist eine Einsteigerzertifizierung. Sie belegt, dass du verstehst, wie Computer, Smartphones, Netzwerke und Betriebssysteme funktionieren, und dass du Fehler beheben kannst, wenn etwas kaputtgeht. Sie ist herstellerneutral, hängt also weder an Microsoft noch an Apple oder Cisco. Es gibt sie seit den 90ern, und praktisch jeder IT-Recruiter kennt sie.

Eine Sache überrascht fast alle: Die A+ ist nicht eine Prüfung, sondern zwei. Core 1 (Prüfungscode 220-1201) behandelt Hardware, Netzwerkgrundlagen, Mobilgeräte und Cloud. Core 2 (220-1202) behandelt Betriebssysteme, Security und Troubleshooting-Abläufe. Du musst beide bestehen, um zertifiziert zu sein, und jede Prüfung braucht ihren eigenen Voucher für rund $265. Der echte Preis der A+ liegt also über $500, bevor du auch nur ein einziges Lernmaterial gekauft hast.

Wer wirklich davon profitiert

Die A+ funktioniert am besten für eine ganz bestimmte Person: jemanden ohne IT-Hintergrund, der durch den Lebenslauf-Filter für Einstiegsjobs kommen muss. Helpdesk, Desktop-Support, Field-Techniker, IT-Support-Spezialist. Für diese Jobs leistet die A+ drei Dinge:

  1. Sie beweist, dass du es ernst meinst. Jeder kann behaupten, er sei "gut mit Computern". Ein Zertifikat zeigt, dass du monatelang gelernt und zwei beaufsichtigte Prüfungen bestanden hast.
  2. Sie bringt dich durch das automatische Screening. Viele Firmen filtern Bewerbungen nach Keywords, und "CompTIA A+" ist eines davon.
  3. Sie gibt dir ein Vokabular. Interviews laufen besser, wenn du über DHCP oder SSD-Formfaktoren reden kannst, ohne einzufrieren.

Quereinsteiger aus dem Einzelhandel, der Gastronomie, dem Lager, dem Militär. Studierende, die neben dem Studium einen Job wollen. Leute, deren Lebenslauf noch nichts mit Tech zu tun hat. Das ist die Zielgruppe der A+.

Beim Gehalt orientier dich an Support-Stellen in deiner Region statt an Landesdurchschnitten. In den USA nennt das Bureau of Labor Statistics für Computer-Support-Spezialisten ein Mediangehalt von etwa $60.000 im Jahr, aber Helpdesk-Einstiegsjobs starten meist deutlich darunter. Die A+ öffnet dir die Tür. Dein Gehalt verhandelt sie nicht.

Wer sie sich sparen kann

Wenn du schon ein, zwei Jahre praktische IT-Arbeit hinter dir hast, erzählt die A+ Arbeitgebern vor allem Dinge, die dein Lebenslauf längst beweist. Dann spring lieber weiter zur CompTIA Network+ oder gleich zur CompTIA Security+, die mehr Gewicht hat und für viele Jobs bei US-Regierung und Militär Pflicht ist.

Spar sie dir auch, wenn du einen spezialisierten Weg verfolgst und das schon weißt. Angehende Netzwerk-Engineers gehen manchmal direkt zur CCNA von Cisco. Leute mit etwas Vorwissen, die Richtung Security wollen, springen zur Security+. Es passiert nichts Schlimmes, wenn du die A+ überspringst. Nirgendwo steht, dass du CompTIA-Zertifikate der Reihe nach machen musst.

Die ehrlichen Nachteile

Die A+ ist breit. Stoff für zwei Prüfungen bedeutet, dass du Dinge lernst, die du vielleicht nie wieder anfasst, etwa die Schritte des Laserdruck-Verfahrens. Manches wirkt angestaubt. Du wirst Portnummern und Steckertypen auswendig lernen und dich fragen, wofür.

Sie läuft außerdem ab. Die Zertifizierung gilt drei Jahre, danach verlängerst du sie über Weiterbildung oder eine neuere Prüfung. Rechne das mit ein.

Und sie verschafft dir für sich allein keinen Job. Sie verschafft dir Interviews. Wer nach dem Bestehen strauchelt, hat meist nur für den Test gelernt, statt den Stoff zu verstehen. Wenn der Interviewer fragt, wie du einen PC reparieren würdest, der nicht bootet, fallen auswendig gelernte Antworten schnell in sich zusammen.

Also: lohnt sie sich?

Für den ersten IT-Job ist die A+ auch 2026 der bekannteste Einstiegspunkt überhaupt, und der Bedarf an IT-Leuten wächst weiter. Allein die USA brauchen jedes Jahr Hunderttausende neue Tech-Fachkräfte, nur um die zu ersetzen, die gehen. Entry-Level-Support ist der Ort, wo die meisten dieser Karrieren anfangen.

Geh nur mit offenen Augen rein: zwei Prüfungen, über $500 für Voucher, zwei bis vier Monate Lernen, wenn du bei null startest. Und wenn du es machst, mach es richtig und lern den Stoff wirklich.

Wenn du vor der Entscheidung erst die Prüfungsdetails sehen willst, starte mit dem Inhalt der Core 1 Prüfung und den Gesamtkosten.

Ich habe CertOwl gebaut, weil ich selbst am Handy für CompTIA-Prüfungen gelernt habe und alles, was ich ausprobierte, entweder umständlich oder hinter einer Paywall war. CertOwl lehrt in kurzen täglichen Lektionen mit 3.400+ eigenen Übungsfragen, geschrieben auf Basis der offiziellen Prüfungsziele, und funktioniert offline. Die kompletten A+ und Network+ Tracks sind gratis.

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